[ MarTech Insights ]

MarTech Stack Audit: Was wirklich in Ihrem Stack steckt (und was raus muss)

03. April 2026|6 Min. Lesezeit|Stephan Götze

Ein MarTech Stack Audit ist eine strukturierte Bestandsaufnahme: Welche Marketing-Software gibt es im Unternehmen, wie wird sie genutzt, was kostet sie, wie sind die Systeme verbunden und wo liegen Risiken, Redundanzen und Lücken. Das klingt nach IT-Projektvokabular. In der Praxis ist es vor allem eine Managemententscheidung.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Es gibt vier Auslöser, nach denen Unternehmen typischerweise ein Audit anfordern:

  • Budgetdruck: Die Geschäftsführung fragt, was die Marketing-Software wirklich bringt. Niemand kann es beantworten.
  • Führungswechsel: Ein neuer CMO übernimmt einen Stack, den er nicht kennt.
  • Merger oder Reorganisation: Zwei Teams werden zusammengelegt, beide haben ihre eigenen Tools.
  • Compliance-Anforderung: Audit, NIS2-Prüfung oder Datenschutzbehörde verlangen Transparenz über Datenverarbeitung.

Besser als alle vier: ein Audit, bevor es einen dieser Auslöser gibt. Dann ist es ein strategisches Instrument statt einer Krisenreaktion.

Die 7 Dimensionen eines Stack Assessments

Ein sinnvoller Audit bewertet den Stack nicht nur nach Lizenzkosten. Sieben Dimensionen geben ein vollständiges Bild:

  1. Tool-Inventar: Was ist lizenziert? Wer nutzt es wie oft? Was sind die Kosten?
  2. Nutzungstiefe: Werden 30% oder 90% der verfügbaren Features genutzt?
  3. Integration: Welche Tools sind verbunden? Wo fließen Daten durch, wo nicht?
  4. Datenqualität: Sind die Daten in den Systemen aktuell, konsistent und vollständig?
  5. Compliance: DSGVO, AVV, Datenspeicherort, Sub-Verarbeiter.
  6. Ownership: Hat jedes Tool einen klaren internen Owner mit Verantwortung?
  7. Strategische Passung: Unterstützt das Tool die Marketingziele der nächsten 12-24 Monate?

Was Unternehmen dabei regelmäßig überrascht

In fast jedem Assessment taucht mindestens ein Tool auf, von dem die Mehrheit des Teams nicht wusste, dass es lizenziert ist. Und mindestens ein Tool, das vor Jahren für einen Anwendungsfall gekauft wurde, der sich erledigt hat.

Weitere häufige Überraschungen:

  • Zwei Tools, die beide als CRM laufen, aber unterschiedliche Datenmodelle haben und nie synchronisiert werden.
  • Ein Marketing Automation Tool, das zu 15% genutzt wird, weil die E-Mail-Funktion alle anderen Features verdrängt hat.
  • Verträge mit automatischer Verlängerung, die niemand im Kalender hat.
  • Tools ohne AVV, die personenbezogene Daten von EU-Kundschaft in die USA übertragen.

Was am Ende des Audits steht

Ein Stack Assessment endet nicht mit einem Bericht über Probleme. Es endet mit einer priorisierten Quick-Win-Roadmap: welche Tools können sofort gekündigt werden, welche sollten konsolidiert werden, welche Lücken müssen geschlossen werden und was ergibt in den nächsten 12 Monaten strategisch Sinn. Alle Maßnahmen mit ROI-Schätzung.


Weiterführend: Stack Assessment (12.900 EUR Festpreis, 1-2 Wochen) und Warum Tool-Wildwuchs Ihr Budget kostet.

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