[ MarTech Insights ]

15.000 Tools, die Hälfte ungenutzt: Warum Ihr MarTech Stack Sie Geld kostet

20. März 2026|6 Min. Lesezeit|Stephan Götze
49%
aller MarTech-Tools werden nie aktiv genutzt (Gartner 2025)

Es gibt heute 15.384 Marketing-Software-Produkte (Stand 2025, Chief Martec). Vor zehn Jahren waren es knapp 2.000. Die meisten mittelständischen Unternehmen nutzen zwischen 12 und 30 davon, oft ohne genauen Überblick. Das hat einen Namen: Tool-Wildwuchs. Und er kostet real Geld.

Wie Tool-Wildwuchs entsteht

Selten kauft jemand bewusst zu viele Tools. Der Wildwuchs entsteht schleichend, durch drei Mechanismen:

  • Demo-Entscheidungen: Ein Vendor überzeugt in der Demo. Das Tool wird gekauft, bevor man versteht, wie es ins bestehende System passt.
  • Shadow IT: Teams kaufen eigene Tools, weil der offizielle Weg zu langsam ist. Marketing kauft ein Analytics-Tool, das IT schon lizenziert hat.
  • Nobody-owns-it: Tools werden eingeführt, der Verantwortliche wechselt das Unternehmen. Die Lizenz läuft weiter, weil niemand den Überblick hat.

Was Tool-Wildwuchs konkret kostet

Forrester 2025: Unternehmen mit maximal 5 Core-Tools haben eine 23% höhere Marketing-Pipeline pro Kopf als Unternehmen mit 10 oder mehr Tools. Das klingt abstrakt. Konkret bedeutet es:

  • Direkte Lizenzkosten: Ein ungenutztes Marketing-Automation-Tool kostet zwischen 12.000 und 60.000 EUR pro Jahr. Für nichts.
  • Integrationsschulden: Jedes zusätzliche Tool, das mit anderen Systemen verbunden ist, erhöht die technische Komplexität und die Fehlerquellen.
  • Datenfragmentierung: Kundendaten verteilen sich auf 8 Tools, von denen 5 keine saubere Schnittstelle haben. Kampagnen laufen mit veralteten Daten.
  • Opportunitätskosten: Das Team verbringt Zeit mit Tool-Management statt mit Marketing.
Praxis-Beispiel: Ein mittelständisches B2B-Unternehmen (400 Mitarbeitende) hatte nach dem Stack Assessment 11 aktive Marketing-Software-Lizenzen. 4 davon waren in der tatsächlichen Nutzung auf weniger als 20% der Capability. Einsparungspotenzial im ersten Jahr: 67.000 EUR Lizenzkosten, mehr als die Kosten des Assessments.

5 Zeichen, dass Ihr Stack Wildwuchs hat

  1. Sie können nicht spontan beantworten, welche Tools Ihr Team täglich nutzt.
  2. Mindestens zwei Tools im Stack können dasselbe Feature (z.B. E-Mail-Automation, Lead Scoring).
  3. Kundendaten sind nicht automatisch zwischen den Systemen synchronisiert.
  4. Es gibt Tools für die kein eindeutiger Owner existiert.
  5. Die monatliche Rechnung für Marketing-Software ist niemandem im Detail bekannt.

Was hilft: Struktur vor Toolkauf

Der effektivste Weg, Tool-Wildwuchs zu stoppen, ist auch der unspektakulärste: ein klares Inventar. Welche Tools gibt es? Wer nutzt sie wie oft? Was leisten sie, und welche anderen Tools leisten dasselbe?

Das klingt simpel. In der Praxis dauert es ohne externe Unterstützung Wochen, weil die Daten an fünf verschiedenen Stellen liegen und niemand dafür Zeit hat. Ein strukturiertes Stack Assessment macht das in 1-2 Wochen und liefert nicht nur das Inventar, sondern eine priorisierte Konsolidierungs-Roadmap mit ROI-Schätzung pro Maßnahme.


Weiterführend: Stack Assessment (12.900 EUR Festpreis) und 5 weitere Zeichen, dass Ihr Stack eine Analyse braucht.

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